Was ist Angst?

Überblick Angst

Wer schon einmal in schwindelerregender Höhe gestanden hat und in die Tiefe geblickt hat, wird möglicherweise Angst empfunden haben. Die Angst davor kann auch ein Grund sein, gar nicht erst wieder eine ähnliche Situation erleben zu wollen. Ein tripp in die Berge scheidet dann wohl eher aus und die Wahl eines anderen Urlaubsortes nachvollziehbar. Dieses Beispiel zeigt jedoch: Angst ist ein normales menschliches Gefühl. Wenn aber alleine die Vorstellung von einem hohen Aussichtspunkt ausreicht, um sich nicht mehr aus den eigegen vier Wänden zu trauen, kann es auch zu sogenannten Angststörungen, wie Phobien und Panikattacken, kommen.

Krankhafte Angst ist weit verbreitet

Angst und Angststörungen sind weit verbreitet. In Deutschland sind mehr als 7 Millionen Menschen an krankhafter Angst betroffen. Das entspricht einem Sechstel der Menschen im Alter zwischen 18 – 65 Jahren. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nennt Angststörungen als zweithäufigste psychische Erkrankung nach Depressionen. Vor kurzem veröffentlichte Studien zeigen außerdem, dass Angsterkrankungen immer früher beginnen – beo Kindern ab ab etwa 10 Jahren. Im Allgemeinen sind Frauen etwa doppelt so häufig von zu viel Angst betroffen wie Männer.

Ängste begünstigen ferner die Entstehung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Burn-out.

 

Symptome der Angst: Was ist Angst?

Angst ist eine Reaktion des menschlichen Organismus, die einerseits vor Gefahren warnen soll und andererseits Kräfte bereitstellt, um eben jener Gefahr begegnen zu können. Im Grunde ist Angst eine umfassende Stress-Reaktion, die auf drei Komponenten hat:

  • körperliche Symptome der Angst
  • Angst-Gedanken
  • Verhalten bei Angst

Im Folgenden mehr zu den drei Komponenten der Angst.

Körperliche Symptome

Die meisten Menschen kennen die körperlichen Symptome der Angst aus eigener Erfahrung: ein beschleunigter Pulsschlag, weiche Knie und das flaue Gefühl im Magen. Hinzu kommen häufig Gleichgewichtsstörungen wie Schwindel, Hitze- oder Kälteschauer, Tränenlaufen, Mundtrockenheit, Atemnot oder schwarz werden vor den Augen.
Diese körperlichen Symptome der Angst gehen auf unmittelbare Reaktionen des Körpers zurück. Der beschleunigte Herzschlag beispielsweise soll den Körper, vor allem die Muskeln, über das Blut besser mit Nährstoffen versorgen, um schnell und kräftig auf die Bedrohung reagieren zu können. Dazu wird auch das Blut aus dem Gehirn oder dem Bauch umgeleitet: Das erklärt Schwindelgefühle und das flaue Gefühl im Magen.

Gedankliche Symptome

Wir haben ein kleines Experiment für Sie, dass Ihnen die Rolle der Gedanken beim Thema Angst vorführen soll. Messen Sie mal Ihren Puls und stellen Sie sich dann eine Situation vor, vor der Sie Angst haben. Innerhalb weniger Momente wird sich der Pulsschlag deutlich erhöhen.

Wissenschaftliche Studien gehen davon aus, dass 90 Prozent aller Ängste allein in unserem Kopf entstehen. Das gute daran: auf die gleiche Weise wie sie entstehen, können Ängste durch Gedanken auch bekämpft werden. Bei Angststörungen ist dazu oft psychotherapeutische Hilfe von Nöten.

Verhaltenskomponente der Angst

Menschen sind in ihrer Angstbewältigung völlig verschieden. Der eine stellt sich der Gefahr (Angriff ist die beste Verteidigung), andere vermeiden sie. Das entspricht zum einen dem biologisch angelegten Schreck- oder Fluchtverhalten, zum anderen sind Angstreaktionen schon seit frühester Kindheit "erlernt". Wenn Mama Angst vor Hunden hat, wird dies mit höherer Wahrscheinlichkeit auch auf das Kind zutreffen, denn diese Angst wird ihm durch die Mutter vermittelt.

In vielen Fällen entwickeln angstgestörte Menschen ein Vermeidungsverhalten. Sie versuchen, Ihren Ängsten aus dem Weg zu gehen. Das übersteigerte Angstverhalten treibt diese Menschen immer weiter in den Rückzug was dann zu einem erheblichen Einschnitt in die Lebensqualität führt.

Angst vor der Angst

Wenn die natürliche Angstreaktion gestört ist, entwickelt sich bei vielen Menschen eine Art  Kreislauf der Angst: Diese Angst vor der Angst führt zu Verhaltensweisen, die zunehmend nur ein Ziel kennen: Die Angst zu vermeiden. Viele betroffene Menschen wollen dann der angstauslösenden Situationen aus dem Weg gehen. Das führt dann häufig dazu, dass man sich nichts mehr zu traut. Oder es gibt aggressive Menschen oder Neinsager, die jegliche Kontakte oder Situationen von vorherein abwehren. In der Folge führen diese und andere Verhaltensweisen zur Isolation und verstärken die Ängste. Denn wenn man sich seiner Angst nicht stellt, kann man auch keine positiven Erfahrungen machen und die Angst somit bewältigen. Mehr Informationen zur unbegründeten, diffusen Angst!

Es gibt jedoch sehr erfolgreiche Behandlungsmethoden, um krankhafte Ängste zu bewältigen.

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